Worum gehts?

SCHEISS DSF, SCHEISS SPORT 1, SCHEISS SKY *

Ein Spieltag, vier Tage, acht Anstoßzeiten? Alle Macht dem Fernsehen und der werbenden (Groß-)Industrie? Keine Rechte den echten Fans, die Fußball im Stadion erleben und ihre Vereine aktiv unterstützen wollen? Die den Sport erst zu dem machen, was er ist? Wir haben genug von den Machenschaften der großen TV-Anstalten und Verbände. Seit Jahren zeichnet sich im professionellen Fußball hierzulande ein Trend ab, den wir nicht mehr mitmachen.

Fußball war und ist ein Kulturgut, an dem alle Menschen teilhaben wollen. Der allen Menschen, die ihre Teams auf dem Rasen nach vorne schreien wollen, offen stehen muss. Der die Interessen derjenigen unterstützt, die sich nicht als stumme und konsumfreudige Betrachter der Szenerie vor dem Fernseher verstehen, sondern durch Kreativität und Leidenschaft ein Teil des Spiels genau da sein wollen, wo der Ball auch rollt: im Stadion.

Doch betrachtet man die Anstoßzeiten der Spiele der ersten drei Ligen, wird schnell klar, wessen Bedürfnisse die Entscheidungsträger bei DFL und DFB berücksichtigen: die der Fernsehanstalten und Werbekunden. Denn je mehr verschiedene Anstoßzeiten es gibt, desto mehr Spiele kann ein einzelner Sender nacheinander übertragen. Und desto länger eine Sendung dauert, desto mehr Geld klingelt durch die Werbeeinnahmen in der Kasse.

Den Höhepunkt dieser Entwicklung erlebten wir vor Beginn der Saison 2008/2009, als der ohnehin schon zerstückelte Spieltag nun endgültig in seine Einzelteile zerlegt wurde. Da war das eigens für das DSF konzipierte Montagsspiel der Zweiten Bundesliga, das die Bedürfnisse der Stadiongänger – vor allem derer, die auch zu Auswärtsspielen reisen – schon seit Jahren mit Füßen tritt, schon längst fester Bestandteil der heimischen Szenerie. Doch allen Protesten zum Trotz hält die DFL an dem Konzept fest, möglichst viele verschiedene Spieltermine an einem Wochenende festzusetzen und das Topduell des jeweiligen Spieltags zur unfreundlichsten aller Anstoßzeiten zu Beginn der nächsten Woche auszutragen.

Schon zu Beginn dieser grauenhaften Ära der TV-Diktatur regte sich Widerstand, dem vor allem während der Spiele Luft gemacht wurde. Dann kam es, wie es immer kommt: Verbände und TV-Anstalten luden zum Runden Tisch, zeigten sich vermeintlich verständnisvoll und machten Zugeständnisse, die aber nie wirklich in die Realität umgesetzt wurden. Heute schert sich bei der Spieltagsplanung niemand mehr um die zugesagte Obergrenze von 300 Kilometern zwischen den beiden Städten oder eine Maximalanzahl pro Verein pro Saison. Wer die Musik bezahlt, bestimmt auch was (oder in unserem Fall: wann) gespielt und gesendet wird. Alles schön TV-gerecht.

Doch wo findet der Fußball eigentlich statt? Wo wird er gelebt? Wo entstehen Mythen, werden Spiele(r) zu Legenden? Wo wird gesungen und getanzt? Wo wird den Spielern gezeigt, dass sie nicht alleine sind und Tausende hinter sich wissen? Im Stadion oder zu Hause auf den Sofa? Wie passt es dann zusammen, dass gerade die, die die Stimmung ermöglichen und dadurch den Sendern erst die Chance geben, ihre Formate mit Emotionen zu vermarkten, am meisten unter den Machenschaften der Sender leiden? Malt Choreos, singt schön laut, sorgt für unsere stimmungsvollen Bilder für Vorberichte und Zwischenschnitten, aber haltet sonst den Mund? Emotionen garantieren, aber keine Mitbestimmung haben?

Die Spiele werden doch häufig erst durch eine gute gefüllte und lautstarke Gästekurve zu dem, was sie sind. Aber wer will sich schon zehn Mal im Jahr einen, teilweise zwei Tage Urlaub nehmen, um bei einem Montagsspiel dabei zu sein. Und das auch nur, wenn das durch die kurzfristigen Ansetzungen und Änderungen überhaupt noch möglich ist. Viele haben halt keine Chance, kurzfristig Urlaub zu nehmen. Und da sind die höheren Reisekosten durch spätere Buchungen, weniger Mitfahrer oder dann nicht geltende Wochenendtarife noch nicht mal eingerechnet.

Unser Protest richtet sich aber nicht nur gegen die Montagsspiele. Auch die neuen Anstoßzeiten am Freitag haben nichts mehr mit Rücksicht auf Fans zu tun. Stadiongänger, die nur etwas weiter weg wohnen, müssen nun häufig selbst für Heimspiele halbe Tage Urlaub nehmen, um um 18 Uhr vor Ort zu sein. Auswärtsspiele sind gar nicht mehr ohne Urlaub zu erreichen.

Aber die meisten Spiele sind doch am Samstag oder Sonntag? Ja, aber zu einer Uhrzeit (Samstag: 13 Uhr, Sonntag: 13.30 Uhr), dass der erste freie Vormittag seit einer Woche weder für die Familie oder Alltägliches, noch für gelebte Stadionkultur genutzt werden kann. Wer will sich vor einem Spiel schon morgens treffen, um Freunde zu sehen oder für Vorbereitungen? Wer will schon zur Mittagszeit im Stadion stehen und dann am frühen Nachmittag bereits in die Stadt zu gehen? Und vor allem mit dem Hintergedanken, das nur wegen des Fernsehens tun zu müssen.

Und was ist eigentlich mit den Kindern, die euch doch allen so am Herzen liegen? Fußball ist doch für euch das große Familienevent. Aber wie viele Schulkinder dürfen denn am Montagabend so lange wach bleiben und die Spiele im Fernsehen, geschweige denn im Stadion sehen?

Die, die durch den TV-Wahn dann zu Hause bleiben müssen und auf eure Übertragungen angewiesen sind, trifft es dann ganz hart. Denn die Art der „Berichterstattung“ ist mittlerweile nicht mehr zu ertragen. Eine fachkundige Analyse der sportlichen Geschehnisse und eine kritische Analyse des ganzen „Geschäfts Fußball“ rücken bei DSF und Sky absolut in den Hintergrund. Dafür sollen aber personalisierte Geschichten und standardisierte Sichtweisen von unerträglichen Experten auf einzelne Spieler Emotionen wecken und eine persönliche Verbindung des Zuschauers zum Spieler aufbauen. Die Akteure werden zu Stars gemacht oder bei Bedarf einfach wieder fallen gelassen. Das Fernsehen bestimmt mittlerweile das Image eines Spielers, eines Trainers, eines Funktionärs oder eines ganzen Vereins über die Art oder die Häufigkeit der Berichterstattung mit.

Dazu werden die Sender ihrer rein journalistischen Aufgabe als neutraler Informationsübermittler nicht mehr gerecht. Sie sind nicht mehr nur kritischer Beobachter der Szenerie, sie sind Teil des Ganzen. Sie bestimmen den Spielplan, starten Diskussionen und lenken diese (und dementsprechend oft auch die Urteile und Entscheidungen) in bestimmte Richtungen. Aber warum auch nicht? Sie zahlen ja dafür und sind durch die TV-Gelder auch gleichzeitig Sponsoren der Liga und somit auch der Vereine. Und natürlich haben sie ein reges Interesse, dass die Liga „funktioniert“ und niemand den Ablauf stört. Vor allem keine „bösen“, kritischen Fans. Aber nicht mit uns.

Deshalb fordern wir:

  • Montagsspiele abschaffen!
  • Freitags keine Spiele vor 20 Uhr!
  • Samstags keine Spiele vor 15.30 Uhr!
  • Sonntags keine Spiele vor 15 Uhr!
  • Feste Terminierung der Spiele mindestens acht Wochen vor dem Spieltag!
  • Freitags 300-Kilometer-Obergrenze zwischen den Spielorten!
  • Sonntag abends 300-Kilometer-Obergrenze zwischen den Spielorten!

Gegen das TV-Diktat! Scheiß DSF! Scheiß Sport 1! Scheiß Sky! *

* = Die Abkürzung "S.C.H.E.I.S.S." steht für: "Socialist Conspiracy Hilft Euch Inmitten Schlechter Sportsender".

2 Antworten zu “Worum gehts?”


  • Klasse. Stimme dieser Sichtweise vollkommen zu… Scheiss Sport 1….immer werbung werbung werbung

  • rita maritschnigg

    und wieder ffiel heute verbotene liebe wegen wintersport aus.warum gibt es eigentlich so viele sportkanäle?ich zahle auch gebühren und will nicht immer nur sport sehen!

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